Mit Gästeführerin und Buchautorin Christine Fischer
Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V.

 
 
 

Historisches am Dresdner Neumarkt

Hotel de Saxe Dresden – neu entstanden am alten Ort

Meine Einzelführungen durch die Dresdner Altstadt enden in der Regel am Neumarkt vor dem Hotel de Saxe. Das beliebte, im Jahr 2005 eröffnete Viersterne-Hotel in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche ist äußerlich fast identisch mit seinem Vorgänger. Dieser fiel im Februar 1945 der Dresdner Bombennacht zum Opfer. Glücklicherweise haben sich die Investoren bei der Rekonstruktion des Gebäudes an die historischen Vorlagen gehalten. Das freut besonders viele Dresdner, die das frühere Hotel de Saxe noch aus eigener Anschauung oder von Fotos her kennen. https://www.steigenberger.com

Doch die Bereitschaft der Investoren, sich an vorhandenes Archivmaterial zu halten, ist nicht bei jedem der einstigen Bürgerhäuser aus dem 17. Und 18. Jh. zu erkennen. Und die Denkmalpflege kann nur bitten, nicht aber fordern, denn wo nichts mehr steht, kann nichts unter Denkmalschutz gestellt werden. Also war es der gute Wille, wenn zum Beispiel die historischen Fassaden der Gebäude rekonstruiert wurden, oder wenn Fenster und Türen der ursprünglichen Form zumindest nahekommen. Anlass für die Umbauung des Neumarktes war der Wiederaufbau der Frauenkirche von 1994 bis 2005.

Die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden e.V. behält das Baugeschehen im Blick

Ich wage zu behaupten, dass die ganze Sache weniger historisch ausgefallen wäre, hätten sich nicht Bürger, die sich Dresden sehr verbunden fühlten, in der Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden e.V. zusammengeschlossen und ein waches Auge auf das Baugeschehen geworfen. https://www.neumarkt-dresden.de.

Seit 1999 setzt sich die Gesellschaft dafür ein, den Neumarkt als städtebauliche Einheit wiederherzustellen. Damit hat die Stadt neben dem modernen Zentrum (Altmarkt, Prager Straße, Hauptbahnhof) auch ein Stück alte Identität zurückbekommen.

Weniger Stein – mehr Grün!

Trotzdem sparten die Dresdner nicht mit Kritik, und auch während meiner exklusiven Führungen hörte ich hin und wieder die Klage: Zu viel Stein, zu wenig Grün. Es scheint, dass der Ruf nach natürlicher Verschönerung des Neumarktes erhört wurde. Seit diesem Frühjahr stehen Platanen an der Westseite des Neumarktes. Unter und zwischen ihnen reichlich Sitzgelegenheiten. Schattige Plätzchen für die Besucher, die von hieraus einen herrlichen Blick zu den neuen „alten“ Bürgerhäusern haben, zur Frauenkirche und natürlich zum Hotel de Saxe.

 

 

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